„Ich war anfangs sehr schüchtern –
jetzt bin ich viel offener.“

Charlotte

Charlotte

Hat das Johanneswerk-Jahr etwas für dich verändert?

Das Jahr hat mir geholfen, durch praktisches Arbeiten und Gespräche herauszufinden, was ich genau machen will. Das schönste am Johanneswerk-Jahr war für mich, dass die Gäste so viel Vertrauen zu mir aufgebaut haben – ich war ja jeden Tag da! Auch die Seminare mit den anderen Teilnehmenden waren echt schön und haben thematisch viel gebracht. Es war außerdem ein gutes Gefühl zum Team der Einrichtung dazu zu gehören. Man braucht Zeit, um sich einzufinden und auch, um zu merken, was man genau will und ob das was für einen ist. Ein Praktikum ist dafür einfach zu kurz.

War das nicht auch schwer, mit 17 Jahren alte Menschen zu pflegen?

Viele meiner Freunde und ehemaligen Mitschüler meinten: „das könnte ich ja gar nicht“ – wenn es um die Arbeit mit alten Menschen ging. Sie waren da sehr skeptisch. Zuerst war das auch alles komisch für mich. Ich war anfangs sehr schüchtern und zurückhaltend. Kontakt aufzubauen und Gespräche mit Kollegen und Bewohnern zu führen, fiel mir schon schwer. Ich merke jetzt richtig meine persönliche Entwicklung – ich bin viel offener und gesprächiger geworden. Jetzt, wo meine Freunde durch mich wissen, was den Beruf ausmacht, finden alle toll was ich mache.

Wie geht es denn jetzt für dich weiter?

Mein Johanneswerk-Jahr ist ja leider bald vorbei. Ich mache jetzt noch ein Praktikum in einem Hospiz und möchte danach mein Fachabitur im Bereich Gesundheit und Soziales am Edith-Stein-Berufskolleg machen. So ganz kann ich aber nicht loslassen. Ich werde weiterhin einmal die Woche  ehrenamtlich im Melanchthon-Zentrum tätig sein. Nach meinem Johanneswerk-Jahr und dem Hospiz-Praktikum kann ich mir gut vorstellen im sozialen Bereich zu bleiben: Heilpädagogik interessiert mich zum Beispiel sehr.